Die etwas andere Taukappenheizung.
Bisher habe ich die Astrofotografie ohne Taukappenheizung betrieben, dabei sind mir natürlich die Probleme durch Tau nicht erspart geblieben.
Im Moment haben wir wieder Witterungsbedingungen, bei denen diese Probleme recht massiv auftreten und damit der Leidensdruck erheblich zunimmt.
Nun gibt es sowohl bezahlbare Fertiglösungen, als auch jede Menge Anregungen für den Selbstbau im Netz. Da mir der Selbstbau Spaß macht, kam für
mich nur eine solche Lösung in Frage.
Normalerweise wird ein Taukappenheizband mit Hilfe von Widerstandsdraht realisiert. Da ich solchen nicht in meinem Fundus vorrätig hatte und
ich auch nicht nur wegen des Drahtes eine Bestellung aufgeben wollte, habe ich mal überlegt welche anderen Möglichkeiten sich bieten. Durch meine
Elektronik-Aktivitäten habe ich einen gewissen Vorrat normaler Kohleschichtwiderstände, warum sollte ich es nicht mal damit versuchen?
Nun sollte die erzeugte Wärme möglichst gleichmäßig und großflächig verteilt werden, was ein Widerstand mit axialen Anschlüssen alleine
nicht gut leisten kann. Da fiel mir das selbstklebende Kupferband ein, dass ich mal für eine andere Anwendung besorgt hatte. Solche Bänder
gibt es im Hobby-Zubehör zum Basteln von unter anderem Tiffany-Lampen, man findet es aber auch bei den diversen Handelsplattformen im Internet.
Die Kupferbänder verteilen die Wärme, bilden prima Stützpunkte zur Montage der Widerstände und realisieren die Verschaltung gleich mit.
Apropos "Verschaltung": Ich habe mich für eine Konfiguration in zwei Gruppen entschieden. So kann ich, je nach Anschluss an den Akku, ohne einen
Controller vier verschiedene Heizleisungen realisieren.
Als Trägermaterial habe ich mich für Polyesterfolie entschieden, die gibt es (hoffentlich noch) im Zeichenzubehör als Untergrund für Tuschezeichnungen.
Diese Folie ist wasserfest und recht hitzebeständig, das beste aber war, dass ich davon noch ein paar Bögen da hatte :-).
Zum Schluss wurde außenrum noch mit Heizkörpertapete isoliert, die hatte ich von der Optimierung meines Schmitd-Cassegrain Teleskops übrig.
Somit war alles vorhanden und ich konnte gleich loslegen. Da bekanntlich ein Bild mehr sagt als tausend Worte, habe ich den Bau mit ein paar
Fotos dokumentiert. Viel Spaß beim anschauen:
Die wesentlichen Bestanteile der Taukappenheizung: Polyester-Folie, selbstklebendes Kupfer-Band, 10 Stück 470 Ohm Widerstände und ein Taukappen-Dummy.
Ein 4cm breiter Streifen Polyesterfolie wird auf Länge zugeschnitten und die Positionen der Widerstände markiert.
Der Polyesterstreifen wird auf dem Dummy, einer Dose mit zufällig dem richtigen Durchmesser, befestigt.
Aufkleben der drei Kupferbänder...
... und verlöten der Widerstände.
Das Anschlusskabel wird angelötet.
Der Raum zwischen den Widerständen wird mit Kreppband aufgepolstert, dabei wird auch gleich eine Zugentlastung
für das Anschlusskabel angebracht.
Zum Schluss wird ein Streifen Heizkörper-Folie und zwei Haken für den Verschluss mit einem Haushaltsgummi aufgebracht.
So sieht es dann aus, wenn der Montagezylinder entfernt wurde.
Schaltbild des Heizbandes. Es gibt nun drei Möglichkeiten dieses am 12 Volt Akku zu betreiben:
1. Akku an Anschlüsse A und C, ergibt etwa 0,75 Watt Heizleisung.
2. Akku an Anschlüsse A und B, ergibt etwa 1,5 Watt Heizleistung.
3. Der eine Pol des Akkus an Anschlüsse A und C und der andere Pol an Anschluss B. Das ergibt etwa 3 Watt Heizleistung.
mail: Reinhard.Lauterbach[at]freenet.de