Selbstbau-Zeltsternwarte

Leider konnte ich mein neustes Sternwartenprojekt nicht endgültig realisieren, siehe: https://skyviewer.de/selbstbau/kuppel-2/kuppel-2.htm
Nach längerem Nachdenken über mögliche temporäre Alternativen und vielen verworfenen Ideen, bin ich schließlich bei der Idee zu einer selbstgebauten, achteckigen Zeltsternwarte mit "Cabrio"-Dach gelandet und habe diese auch mittlerweile realisiert. Dabei ist keine "Schönheit" raus gekommen, aber ich habe die Sternwarte nun einige Wochen in Betrieb und sie hat sich bestens bewährt. Für die Konstruktion bin ich wieder mal bei einem meiner beliebten Materialien gelandet, nämlich s. g. PVC-Leerrohr aus der Elektroinstallation, dieses ist leicht zu verarbeiten und ist preiswert. Für das Cover des Unterbaus habe ich auf Abdeckplane aus dem Baumarkt zurück gegriffen und der Bezug des Daches besteht aus einem Teil einer s. g. Faltgarage für PKWs, diese werden jedes Jahr im Herbst bei diversen Discountern für kleines Geld angeboten. Könnte ich mit einer Nähmschine umgehen, dann wäre bestimmt ein maßgeschneiderter Bezug aus Zeltbahn eleganter gewesen, wenn... Da meine Lösung bestimmt für Viele in der Astro-Community interessant sein dürfte, möchte ich meine Lösung an dieser Stelle präsentieren.
Nachfolgend also ein paar Fotos mit Kommentaren<.


Fertige, geschlossene Zeltsternwarte.


Und im geöffneten Zustand.


Hier sieht man die Innenkonstruktion aus PVC-Installationsrohr.


Es wäre ggf. auch möglich das Dach nur zum Teil zu öffnen, z. B. bei
Beobachtungen Richtung Süden. Dazu muss ich mir aber noch eine
geeignete Haltekonstruktion einfallen lassen.


Ein zu lösendes Problem war die Kreuzverbindung des unteren, horizontalen 8-Eck-Rings mit den Stützen und Füßen.
Meine Lösung besteht in durchbohrten Installationsrohren etwas größeren Durchmessers. Dazu habe ich zunächst mit
einem normalen Bohrer vorgebohrt und dann mit einem Senker, der 20,5mm Außendurchmesser hat, aufgeweitet. Diese
Senker werden immer wieder mal im Set bei den einschlägigien Discountern für moderates Geld angeboten.


So sieht das dann aus, wenn das 20er Rohr durch die Bohrung im 25er Rohr geschoben ist.


Die vertikalen Stützen aus 20mm Rohr haben in den 25mm Rohren zu viel Luft, deshalb
wurden Zwischenhülsen aus aufgeschlitzten Reststücken zwischengeschoben.


Ein weiteres Problem war, dass es in diesem System keine 45°(135°-)-Bögen zu kaufen gibt. Nach einigen
Fehlversuchen habe ich dann eine Methode gefunden, mir aus dem graden Rohr solche Bögen selber zu fertigen.
Dazu wurden Rohrstücke mit Hirsekörnchen (waren grade verfügbar) gefüllt, die Enden mit Holzstopfen
verschlossen und das Ganze unter Zuhilfenahme eines Heißluftföhns auf einer kleinen Vorrichtung gebogen.


Garnicht so schlecht das Ergebnis :-).


Das "Scharnier" für die Dachbögen. Die Enden der PVC-Rohre wurden erwärmt und zwischen
zwei Holzbrettchen platt gedrückt, dann wurde ein 5,5mm Loch hindurch gebohrt.


Die Grundplatte des Scharniers besteht aus 9mm Birke Multiplex,
ist mit Bootslack imprägniert und wurde mit Montageklips für das
Installationsrohr am Gestell befestigt.


Aus Resten des 20er Rohrs wurden viele Clips zum Befestigen des Covers gefertigt,
absägen, schlitzen, entgraten, fertig.


Zum Abschluss habe ich noch aus einer alten Palette einen Trittrost gebaut,
damit man nicht direkt im Gras steht.



Als Zugabe noch ein kurzes Video: https://skyviewer.de/selbstbau/zelt-sternwarte/auf-zu.mp4


reinhard.lauterbach@freenet.de